Modellierung, sollen im Bereich der Geomatik oder Geoinformatik bestimmte Phänomene der realen Welt in einem Informationssystem, z. B. einem Geoinformationssystem, einer Datenbank oder einem anderen EDV-System abgelegt und verarbeitet werden, so erstellt man i. a. im ersten Schritt ein Modell. In diesem wird beschrieben, welche Phänomene der realen Welt in welcher Form in der Datenbank oder z. B. im GIS abzulegen sind. Dabei werden u. a. auch die selbst- und fremdbezogenen Eigenschaften bzw. Beziehungen dieser Phänomene festgelegt, die im Modell zu berücksichtigen sind.

Dieses Modell wird heute völlig unabhängig von dem System erstellt, in dem es implementiert werden soll. Zur formalen, standardisierten Beschreibung des Modells stehen verschiedene Datenbeschreibungssprachen zur Verfügung. Der Vorgang der Erstellung des Modells wird als Modellierung bezeichnet (vgl. kartographische Modellbildung). Um zum Ausdruck zu bringen, dass hierbei Inhalte der realen Welt und nicht einer Karte modelliert werden, wird gelegentlich auch der Begriff Realweltmodellierung benutzt. Das Ergebnis des ist das konzeptionelle Modell.

Es beinhaltet im Wesentlichen folgende Informationen: 1. Welche Objekte der realen Welt in das Modell zu übernehmen sind, üblicherweise werden semantisch gleichartige Objekte (z. B. die Gebäude) dabei nach bestimmten Kriterien in Objektklassen zusammengefasst. 2. Wie die Objekte einer bestimmten Objektklasse aufzubauen sind (z. B. ob es aus einem oder mehreren Elementarobjekten bestehen soll). 3. Die geometrische bzw. die geometrisch/topologische Struktur des Objekts. 4. Die "attributive" Struktur des Objekts, also welche Attribute das Objekt enthalten soll. 5. Gegebenenfalls sind für ein Objekt auch eine oder mehrere graphische Präsentationen (Darstellungen) festzulegen. 6. Die Festlegung der Beziehungen zwischen Objekten.

WRT