Aktivitätstyp m, E activity type,Einteilung der Lebewesen nach ihren täglichen Hauptaktivitäts- und Ruhezeiten. Man unterscheidet zwischen tagaktiven, nachtaktiven und dämmerungsaktiven Arten. Jeder Aktivitätstyp ist unter anderem an Helligkeit, Temperatur, Feuchtigkeit und Nahrungsbedingungen seiner zeitlichen Nische angepaßt. Tagaktive Tiere, wie viele Insekten, Vögel und Reptilien, sind überwiegend visuell orientiert, können Farben sehen und setzen selbst Farben zur Kommunikation ein. Nachtaktive Tiere, wie zahlreiche Würmer, Schnecken, Gliedertiere, Säugetiere und unter den Vögeln die Eulen, sind dagegen unauffällig gefärbt und orientieren und verständigen sich vorwiegend olfaktorisch oder akustisch. Der Aktivitätstyp hängt auch vom Alter und von der Jahreszeit ab. Neugeborene Mäuse etwa sind anders als ihre Mütter tagaktiv. Feldmäuse sind sommers nacht- und winters tagaktiv. Der Mensch ist tagaktiv mit einem Leistungstief am frühen Nachmittag, das unabhängig von der Nahrungsaufnahme ist ( siehe Abb. ). Aufgrund seiner circadianen Rhythmik (Chronobiologie), die im Dauerlicht mit einer Periode von weniger oder mehr als 24 Stunden frei läuft, ergeben sich individuell unterschiedliche Bedürfnisse bezüglich des optimalen Einschlafzeitpunkts, die bereits beim Säugling nachweisbar sind und wahrscheinlich ererbt sind. "Morgentypen" (Morgenmenschen, Frühaufsteher, "Lerchen"; ca. 20-25% der Bevölkerung) haben einen circadianen Rhythmus von weniger als 24 Stunden und sind abends immer etwas früher müde und dafür morgens früh munter. "Abendtypen" (Abendmenschen, "Morgenmuffel", "Eulen"; ca. 15%) haben einen verlängerten circadianen Rhythmus und sind abends besonders leistungsfähig, wachen morgens später auf und sind nach dem Aufstehen weniger ansprechbar. Der Indifferenztyp (ca. 60-65%) hat regelmäßigere Einschlaf- und Aufwachzeiten, da sein Rhythmus ziemlich genau 24 Stunden entspricht. Nachweislich sind vor allem zentralnervöse Systeme - insbesondere Strukturen, die mit retino-suprachiasmatisch-pinealen Leitungsbahnen (zwischen Netzhaut, Nucleus suprachiasmaticus und Epiphyse) verbunden sind - an der Regelung und Steuerung der Aktivitätsrhythmik und ihrer Synchronisation mit äußeren Zeitgebern beteiligt. Aktivitätsbereitschaft, Melatonin.



Aktivitätstyp

Leistungskurven der Aktivitätstypen beim Menschen