Charcot, Jean Martin, französischer Neurologe, *29.11.1825 Paris, †16.8.1893 Lac des Settons (Nièvre); ab 1848 Arzt, ab 1862 Chefarzt am Hospice de la Salpêtrière, ab 1872 Professor für pathologische Anatomie in Paris. Für Charcot wurde 1882 der erste klinische Lehrstuhl für Nervenkrankheiten in der Geschichte der Medizin geschaffen. Bei ihm arbeiteten unter anderem J.F.F. Babinski, W.M. Bechterew und S. Freud. Er erforschte unter anderem die amyotrophe Lateralsklerose, schuf für die Neurologie durch seinen Forschungsansatz eine pathologisch-anatomische Basis und unterstützte die Hysterie- und Hypnoseforschung. Nach ihm sind zahlreiche klinische Krankheitssyndrome benannt, z.B. die Charcot-Trias, Erb-Charcot-Krankheit (spastische Spinalparalyse) und das Charcot-Marie-Tooth-Syndrom. Zahlreiche seiner Schriften wurden auch ins Deutsche übersetzt, unter anderem "Klinische Vorträge über Krankheiten des Nervensystems" (1874), "Neue Vorlesungen über die Krankheiten des Nervensystems, insbesondere über Hysterie" (1886, übersetzt von S. Freud), "Die Besessenen in der Kunst" (mit P. Richer; 1887).