episodisches Gedächtnis, autobiographisches Gedächtnis, E episodic memory, Teil des expliziten Gedächtnisses, das sowohl die Erinnerungen an die persönliche Autobiographie (der eigene Lebenslauf) als auch die Erinnerung an markante Ereignisse des öffentlichen Lebens umfaßt (Politik, Kultur, Wirtschaft, berühmte Personen usw.), die das eigene Leben nicht unmittelbar beeinflußt haben. Grundlegende Bedeutung für dieses ereignisspezifische Wissen haben der präfrontale Cortex, Teile des Scheitellappens sowie das limbische System und das Cingulum. Die Organisation des episodischen Gedächtnisses ist komplex und läßt sich in verschiedene Komponenten untergliedern: distinkte, thematisch organisierte Wissensstrukturen, ein Speicher für das phänomenale Erleben von Moment zu Moment und ein generelles Abrufsystem. Bei psychogenen Amnesien ist vor allem das episodische Gedächtnis betroffen, und manche Hirnverletzungen, die retrograde Amnesien verursachen, können das episodische Gedächtnis auch stärker beeinträchtigen als das semantische Gedächtnis.

Lit.: Conway, M.A. in Boller, F., Grafman, J. (Hrsg.): Handbook of Neuropsychology, Bd. 8. Amsterdam 1993, S. 175-191. Markowitsch, H.J.: Brain Research Review 21, 117-127 (1995). Tulving, E.: Elements of Episodic Memory. New York 1983.