Masernencephalitis w, E measle encephalitis, 1) "echte Masernencephalitis", eine Form der Encephalitis als akute Komplikation einer Maserninfektion. Sie ist nicht sehr selten: etwa 1 Kind von 1000 Infizierten ist betroffen. In 25% der Fälle ist mit bleibenden Schäden, in ca. 15% der Fälle mit einem letalen Ausgang zu rechnen. 2) subakute sklerosierende Panencephalitis, Abk. SSPE, ebenfalls durch das Masernvirus erzeugte Encephalitisform, die vor allem bei Knaben im 5.-10. Lebensjahr auftritt und tödlich verläuft ( siehe Zusatzinfo ). Klinisch manifestiert sie sich mit unwillkürlichen Bewegungen der Extremitäten und einem Myoklonus. Im späteren Verlauf kommen epileptische Anfälle und dementieller Abbau hinzu. Neuropathologisch sind vor allem die graue Substanz des Cortex, der Hirnstamm und die Basalganglien betroffen. Dort zeigen sich ein Neuronenverlust, eine Gliose und eine Vermehrung der Mikrogliazellen. Intranucleäre Einschlußkörperchen sind ebenfalls häufig. Die SSPE wird zu den Slow-Virus-Infektionen gezählt. Myxovirus-Infektionen.

Masernencephalitis

Der Nachweis des Masernvirus-Antigens gelingt mit der Immunoperoxidasereaktion. In Gehirnen mit subakut sklerosierender Panencephalitis lassen sich oftmals auch Neurofibrillenveränderungen darstellen, wie sie bei der Alzheimer-Krankheit gefunden werden. Diese bestehen biochemisch hauptsächlich aus dem abnorm phosphorylierten Tau-Protein, weshalb diese Encephalitisform auch unter den Tauopathien aufgeführt wird.