Myelin s [von griech. myelos = Mark], Nervenmark, E myelin, von myelinisierenden Gliazellen (Oligodendrocyten und Schwann-Zellen) gebildete Substanz, welche die isolierende Myelinscheide von Axonen vor allem bei Wirbeltieren ( siehe Zusatzinfo ) bildet. Myelin besteht im Unterschied zu anderen Membranen überwiegend aus Lipiden (Phospholipide, Glykolipide, Cholesterin; siehe Tab. ) und nur zu 20-30% aus Proteinen (Myelinproteine). Myelinlipide wie auch Myelinproteine haben oft wesentliche Funktionen bezüglich Entwicklung, Struktur und Erhaltung des Myelins. Nervenzelle, Membran.

Myelin

1999 wurden an dem Ruderfußkrebs Undinula vulgaris Nervenbahnen, die teilweise mit Myelin isoliert sind, gefunden. Dies beschleunigt ihre Reaktionen um das Vierfache gegenüber anderen Ruderfußkrebsen - Undinula vulgaris benötigt nur 1,5 Millisekunden, bis er eine mögliche Gefahr erkennt und flüchtet. Diese Entdeckung widerspricht der Ansicht, nach der sich Wirbeltiere durch die Myelin-Isolierung gegenüber Wirbellosen auszeichnen. Die Myelin-Isolierung scheint bei Wirbellosen und Wirbeltieren unabhängig voneinander entstanden zu sein, da sie erst bei höher entwickelten Ruderfüßern auftritt.

Myelin

Lipidzusammensetzung des Myelins

(Massenanteil in %, bezogen auf Gesamtlipide)

Lipid %
Cholesterin 22
Phosphatidylethanolamin 15
Phosphatidylserin 9
Phosphatidylcholin 10
Sphingomyelin 8
Glykolipide 28
andere 8