Tumor-Nekrose-Faktor, Tumor-Nekrosis-Faktor, Abk. TNF, E tumor necrosis factor, aus 157 Aminosäuren bestehendes Cytokin, dessen Produktion durch mononucleäre Phagocyten zur Abtötung mancher Tumoren führt. Man unterscheidet TNF-α und TNF-β, die eine Homologie von ca. 30 % aufweisen. TNF ist ein zentraler Mediator bei Immun- und Entzündungsreaktionen. Neuroimmunologie.

TNF wirkt direkt auf die Neurone des Nucleus tractus solitarii (Abk. NST; Tractus solitarius) im Hirnstamm. Dessen Zellen gehören zu einem Schaltkreis, der verschiedene Verdauungsfunktionen steuert. Wird TNF im Körper freigesetzt, veranlassen die Neurone des NST den Magen dazu, seine Bewegungen einzustellen. Dabei entspannt er sich, und der Speisebrei wird nicht weiter in den Darm transportiert. Diese Entspannung (Stasis) ruft auch das Gefühl von Übelkeit hervor, kurz bevor wir erbrechen müssen. In Tierversuchen wurde gezeigt, daß die Funktion der NST-Neurone, die auf TNF reagiert hatten, danach über eine längere Zeit gestört blieb. Außerdem reagierten sie auch noch über einen längeren Zeitraum sehr sensibel auf gewöhnliche gastrointestinale Vorgänge.