Meditation, übendes Verfahren, um die Bewußtseinslage zu verändern. Diese können von schläfrigen Entspannungszuständen (Entspannung) über tranceähnliche Bewußtseinslagen (Trance) bis zu einer klaren wachen Form der Versunkenheit reichen (z.B. bei Zazen). Techniken sind sowohl im östlichen als auch westlichen Kulturkreis lange bekannt: Asiatische Methoden sind z.B. Yoga, Zazen; aus der christlichen Tradition kennt man z.B. das formelhafte Gebet des Rosenkranzes. Unterschieden werden vorbereitende Übungen zur Sammlung und Versenkung, objektbezogene Meditationen und objektlose Meditationen. Bei der Vielfalt der möglichen Techniken kommt es darauf an, daß der Meditierende eine ihm entsprechende Form der Meditation findet und diese Techniken angemessen unter sachkundiger Anleitung anwendet.

1) Sammlung und Versenkung: Das verbindende Ziel dieser Techniken ist die Lösung aus der Umwelt, um Abstand zu äußeren Reizen zu gewinnen und das Bewußtsein von Gedanken, Bildern und Gefühlen zu leeren. Dies kann erreicht werden, indem sein Gewahrsein auf einen optischen (Bild, Mandala) oder akustischen Reiz (Mantra) oder auf Körperempfindungen (Autogenes Training, meditatives Gehen, Tai Chi Chuan) fokussiert. Meditative Techniken werden bei therapeutischen Verfahren gezielt eingesetzt (z.B. katathymes Bilderleben, Focusing).

2) Objektbezogene Meditationen: arbeiten mit der Fokussierung auf einen Gegenstand oder ein Thema. Dazu zählen Mantrameditationen, aber auch die Sterbemeditation. Weitere Formen der objektbezogenen Techniken sind alle körperorientierten Verfahren.

3) Objektlose Meditation haben als Ziel die "bildlose Schau", das "Weder Wahrnehmen, noch Nicht Wahrnehmen", das Erkennen der "Leere". Erreicht werden soll ein Grundgefühl der Ruhe, Stille, Gelassenheit und Klarheit.

Diese Erfahrungen können beim Übenden tiefgreifende Veränderungen im Erleben und Erfahren nach sich ziehen und therapeutische Erfolge beschleunigen. Mit derartigen Phänomenen befaßt sich die Transpersonale Psychologie.

Literatur

Pfeiffer, W. M. (1988). Meditation und Trance. In R. Asanger & G. Wenninger (Hrsg.), Handwörterbuch der Psychologie. München-Weinheim: Psychologie Verlags Union.