Wohnpsychologie, Teilgebiet der Architekturpsychologie, beschäftigt sich mit der Wirkung der Wohnumwelt auf Menschen (Kinder, Frauen, Männer, Ältere, Behinderte, Singles, Familien, Nachbarn) und fragt nach der Wohnzufriedenheit bzw. dem psychischen, sozialen und physischen Wohlbefinden der Nutzer (Bewohner, Besucher, Passanten), nach Wohnbedürfnissen, Wünschen, Ortsbindung und Identität, dem "Zuhause", nach Konflikten, Umzugsabsichten und Mobilität. Außerdem: Wie wählen Menschen ihre Wohnung und Wohnumgebung aus und passen sich selbst den äußeren Bedingungen (u.a. Lärm, Licht, Farbe, Klima) an? Methoden der Wohnpsychologie sind Programmentwicklung (Erstellung einer Liste von baulichen Zielen), die Nutzer-Bedürfnis-Analyse und die nutzungsorientierte Evaluation von Gebäuden vor und nach „Einzug“ (Pre- und Post Occupancy Evaluation). Die Facettentheorie bietet angesichts der kaum zählbaren Menge von möglichen Einflüssen eine Strukturierungshilfe, in der die Reize geordnet werden können in Umweltmerkmale mit unterschiedlicher Ausprägung (z. B. Raum, Wohnung, Haus, Grundstück, Nachbarschaft, Stadtviertel, Ort, Land), personale Einheiten (Experte, Nutzer) und subjektive Indikatoren – Reaktionen (Angaben von Zufriedenheit, gewählte Aneignungen, Umzugsabsichten). Die Wohnpsychologie entstand mit dem Zusammenschluß von Experten in Forschungsgemeinschaften seit ca. 1969 (Environmental Design Research Association/U.S.A. und International Association of People-Environment Studies in Europa). Zeitschriften: Environment and Behavior, J. of Environmental Psychology. Die Wohnungswirtschaft versucht, innovative Entscheidungen auch auf der Grundlage der Forschungsergebnisse zur Verbesserung von Wohnqualität zu treffen.

Ro.Wa.

Literatur

Dieckmann, F.; Flade, A.; Schuemer, R.; Ströhlein, G. & Walden, R. (1998). Psychologie und gebaute Umwelt. Konzepte, Methoden, Anwendungsbeispiele. Darmstadt: Institut Wohnen und Umwelt.