Jeden Dienstag gießt Susan die Blumen. Natürlich sind sie nicht echt. Lebende Blumen sind so eine Verschwendung, und Aaron mag nicht, wenn sie welken. Aber an sich mag er Blumen. Darum füllt Susan die Gießkanne und macht ihre Runde, wobei die Kanne am Ende genauso viel Wasser enthält wie am Beginn.

Wenn Aaron daheim ist, macht Susan dann Frühstück. Speck mit Ei für ihn, eine Tasse Tee für sie. Aber er ist nicht daheim, und die Eier sind ihr vor zwei Wochen ausgegangen. Sie werkelt in der Küche, öffnet und schließt Schubladen, trägt das Frühstücksgeschirr vom Schrank zum Geschirrspüler, als wäre es tatsächlich benutzt worden. Wenn sie fertig ist, sitzt sie am Tisch und starrt auf den leeren Platz gegenüber, auf dem Aaron nicht sitzt. Sie nickt, beugt sich vor, legt den Kopf zur Seite, als hörte sie zu. Dann lacht sie, aber nur leise. Aaron sagt immer, dass er ihr Lachen gernhat.

Die Frühstückszeit geht vorbei, und Susan zählt jede Millisekunde. Es klingelt an der Tür.

Sie bleibt sitzen. Wer es auch sein mag, der Besuch gilt nicht ihr. Milli­sekunden verstreichen, dann ganze Sekunden. Eine Minute. Es klingelt noch einmal. Susan will vermeiden, dass jemand vor Aarons Tür herumsteht und Aufsehen erregt.

"Ich komme!", ruft sie.

Sie prüft ihr Aussehen im Flurspiegel. Das Haar ist unfrisiert, aber das Kleid gebügelt und das Make-up frisch. Sie fährt sich mit den Fingern durchs Haar und gibt Acht, dass keine Strähne bricht. Haare sind nicht billig. …