Städte aus purem Gold sollten die Regenwälder der Moskitoküste (heute in Nicaragua und Honduras, siehe Karte) verbergen. Von Gier getrieben und im Glauben an die Erzählungen der indianischen Ureinwohner, drangen spanische Konquistadoren im 16. Jahrhundert in die Wildnis vor, allen Gefahren zum Trotz. Dem unwegsamen Terrain mussten sie sich schließlich geschlagen geben. Auch Schatzjägern späterer Zeit erging es nicht besser. Sich durch die wuchernde Vegetation zu kämpfen, ist noch heute eine Herkulesaufgabe, und große Teile von "La Mos­quitia" gelten als unerforscht. Nun versuchen Archäologen ihr Glück: Sie wollen mit modernen Techniken bislang unentdeckte Überreste altamerikanischer Zivilisationen auf­spüren.

Dabei setzen sie ihre Hoffnung vor allem auf eine Variante der Luftbildarchäologie. Als Pionier dieser Disziplin pries die "New York Times" 1929 den Piloten Charles Lindbergh, der, unterstützt von dem amerikanischen Altertumsforscher ­Alfred Vincent Kidder, die spärlich bewachsenen Trocken­gebiete im Südwesten der Vereinigten Staaten, in Mexiko und in Zentralamerika erkundete. Höhepunkt dieser Unternehmung war die Entdeckung einer Maya-Stätte. Heutzu­tage ist der forschende Blick von oben ein weltweit gängiges Verfahren in der Archäologie. Von dichten Wäldern bewachsene Flächen jedoch bleiben herkömmlichen Kameras verborgen. Und sogar dort, wo das Blätterdach Lücken aufweist, verhüllt der Schatten der Baumkronen selbst größere Strukturen wie Pyramiden und Plätze. …