Die größte Müllhalde der Welt schwimmt im Nordpazifik. Dort drehen sich drei Millionen Tonnen Abfall, darunter enorme Mengen Plastik, auf einer riesigen Fläche von 15 Millionen Quadratkilometern mit der Meeresströmung in Kreis. Am entgegengesetzten Ende der Größenskala entdeckten Forscher in den letzten Jahren aber auch eine andere – und vielleicht nicht minder schwerwiegende – Art der Verschmutzung. Der Blick durch das Mikroskop offenbart: Im Meerwasser schwimmen unzählige, millimetergroße Plastikstückchen; Tendenz steigend.

Als einer der Ersten bemerkte der an der University of Plymouth forschende Meeresbiologe Richard Thompson, dass immer mehr Kleinstplastik durch die Meere treibt. Zusammen mit Kollegen hatte er im Jahr 2004 verschiedene Wasserproben des Nordatlantiks aus den 1980er und 1990er Jahren mit solchen aus den beiden Jahrzehnten davor verglichen. Das Ergebnis war erschreckend: Die Menge des Mikroplastiks hatte sich innerhalb weniger Jahrzehnte mehr als verdreifacht; mit solch einem rapiden Anstieg hatte bis dahin niemand gerechnet. Thompson verglich die Konzentrationen im Meer mit der globalen Kunststoffproduktion und kam zu dem Schluss, dass beide ähnlich schnell wachsen – eine beängstigende Einschätzung, denn in den letzten 60 Jahren ist der jährliche Plastikausstoß der Fabriken von knapp 2 Millionen auf rund 280 Millionen Tonnen angestiegen. …