Die Kohlenstoffdioxid-Emissionen der Menschheit sind in den zurück­liegenden zwei Jahren fast nicht mehr angestiegen – trotz wachsender Wirtschaft. Das geht aus der globalen Kohlenstoffbilanz 2016 hervor, die Forscher um Corinne Le Quéré von der University of East Anglia (Großbritannien) nun veröffentlicht haben.

Der Anstieg der welt­weiten CO2-Emissionen lag im Jahr 2015 demnach bei nahezu null und im Jahr 2016 bei 0,2 Prozent. Das ist deutlich weniger als in den Jahren zwischen 2006 und 2015, als die Emissio­nen jährlich um 1,8 Prozent gestiegen waren. Maßgeblich zu der Trendverlangsamung beigetragen hat vor allem China, das dank höherwertiger Kohle beziehungsweise dem Umstieg von Kohle auf Öl und Gas seinen CO2-Ausstoß in den zurückliegenden zwei Jahren leicht drosselte.

Allerdings bedeutet das keineswegs, die atmosphärische CO2-Konzentration werde nun sinken. Denn die Menschheit stößt immer noch deutlich mehr Kohlenstoffdioxid aus, als das Erdsystem der Atmosphäre entzieht. Hinzu kommen vorübergehend erhöhte CO2-Einträge in die Luft auf Grund des Klimaphänomens El Niño.

Die Forscher betonen deshalb, es sei nicht nur eine Stabilisierung, sondern eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen nötig, um den Temperaturanstieg – wie 2015 in Paris beschlossen – auf unter zwei Grad zu begrenzen.