Wie kommt es zu Übergewicht und Fettleibigkeit? Sind es die Gene? Der Lebensstil? Sicher spielen beide Faktoren hier eine wichtige Rolle. Daneben rückt jedoch die Zusammensetzung der Darmflora zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit. Forscher bezeichnen diese als intestinale Mikrobiota und die Gesamtheit ihrer Gene beziehungsweise Genome als Mikrobiom.

Weltweit waren im Jahr 2005 rund 1,6 Milliarden Erwachsene übergewichtig und von ihnen mindestens 400 Millionen adipös – mit steigender Tendenz. Für Deutschland ermittelte das Robert-Koch-Institut vor fünf Jahren bei 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen Übergewicht und bei über 23 Prozent beider Geschlechter Fettleibigkeit. Diese Entwicklung ist insbesondere deshalb bedenklich, weil Adipositas ein gesteigertes Risiko für viele Erkrankungen birgt, von Diabetes mellitus und Arteriosklerose bis hin zu Leberleiden und verschiedenen Krebsarten.

Die Rolle der Darmflora für unsere Gesundheit geriet erst Ende des 20. Jahrhunderts verstärkt ins Blickfeld der Medizin. Der Verdacht, dass die unzähligen Mikroorganismen, die den Verdauungstrakt besiedeln, auch bei Übergewicht ein Wörtchen mitreden könnten, kam vor etwa einem Jahrzehnt auf. …