Majestätisch hängt der sandfarbene Ball des Saturn im All, umschlossen von seinen riesigen Ringen. Ein scheinbar ruhiges Bild für die Ewigkeit, doch plötzlich wird diese ätherische Szene jäh gestört: Eine grelle Feuerkugel leuchtet unvermittelt auf, von Norden kommend bewegt sie sich rasend schnell die Wolken entlang – um bereits nach wenigen Sekunden wieder zu verlöschen. Fand hier gerade ein Meteoroid oder ein Brocken aus den Saturnringen sein feuriges Ende? Nein, nicht in diesem Fall: Diese Feuerkugel wird menschengemacht sein. Sie kennzeichnet die letzten Sekunden der Existenz der Raumsonde Cassini, die im Oktober 1997 auf ihre lange Reise geschickt wurde und seit Juli 2004 den Ringplaneten auf ständig veränderten Bahnen umrundet hat. Und ihr Ende am 15. September 2017 erfolgt nicht zufällig, sondern ist der krönende Abschluss einer scharfsinnigen Choreografie, die 20 Jahre zuvor begonnen hat.

Die Hauptaufgabe der internationalen Raumsondenmission Cassini-Huygens be­stand in der Erforschung der vielfältigen Eigenschaften des Ringplaneten Saturn. Dazu wurde sie mit einer Vielzahl von wissenschaftlichen Instrumenten ausgerüstet. Damit untersuchte Cassini die Atmosphäre des Planeten, den inneren Aufbau und das Magnetfeld. Ein besonderes Augenmerk war auf die Erkundung der zahlreichen Saturnmonde und des komplexen Ringsystems gerichtet. Meine Aufgaben im Kamerateam und für das Projekt umfassten unter anderem die Erforschung der kleinen äußeren Saturnmonde und des "zweifarbigen" Monds Iapetus sowie die Beobachtungsplanung für die atmosphärelosen Monde …