Gleich am Eingang zum Museum des Nichts wird man gebeten, die Kontaktlinsen herauszunehmen. Es gibt sogar kostenlose Behälter und Fläschchen mit Aufbewahrungslösung, aber bei den Eintrittspreisen wäre es übertrieben zu behaupten, man bekäme etwas umsonst.

"Ich habe Astigmatismus", sage ich, als die Wächterin fragt, ob ich intelligente Linsen trage. "Die hat mir der Arzt verschrieben." Natürlich steigern sie außerdem die Wahrnehmung, wie bei jedem, und das ist der eigentliche Grund, warum das Museum verlangt, sie abzugeben.

Die Wächterin bleibt ungerührt. "Das ist das Museum des Nichts", betont sie. "Sie werden nichts verpassen."

Sie erwidert meinen Blick und lässt damit zu, dass meine Linsen ihre persönlichen Daten sammeln. Sie heißt Wanda Richardson und lebt in der Webster Street. Mit 16 brach sie die Schule ab, schloss sich einer Bande an und verbrachte neun Monate im Gefängnis wegen Planung eines Raubüberfalls, obwohl sie nur Schmiere stand, während ihre Freunde die Tür zum Elektronikladen aufbrachen. Eine kirchliche Einrichtung half ihr auf die Beine, bis sie eine Affäre mit dem Pastor hatte. Als Wächterin im Museum bekam sie eine zweite – oder besser dritte – Chance. …