Zuerst hielt ich es für Donner, dann begriff ich, dass unzählige Beine an meinem Zelt vorbeitrampelten: Die Prozession hatte begonnen. Ich stopfte mir die Ohren zu und konzentrierte mich wieder auf das Display meines Smartphones. Nach zwei Wochen auf diesem öden Planeten hatte ich nicht einmal die Hälfte der Daten für meine Dissertation zusammen. Das Thema klang interessant: eine Welt, deren drei Monde sich zu einer bestimmten Zeit hintereinander am Firmament aufreihen. Nach Meinung meines Doktor­vaters sollte dies die Atmosphäre aufwühlen und der perfekte Test für meine Hypothese sein, der zufolge bestimmte kristalline Formationen auf Planeten­oberflächen von spektakulären Magnetstürmen erzeugt werden.

Aber niemand hatte mir gesagt, dass diese Zeit für die insektoiden Eingeborenen der Monat der Synergie war. Das ganze Dorf war erfüllt von Umzügen, Glockenschlägen und vom Quieken der Puppen. Obendrein unterbrach das Unwetter die Verbindung zu den Satelliten; ich brauchte aber die Sicht auf die Formationen der Oberfläche. Also wollte ich ins Gebirge, aber die einheimischen Träger weigerten sich, meine Ausrüstung zu schleppen, selbst für doppelten Lohn. "Wir können nicht", sagten sie. "Der Geistersturm wird stärker. Der Geisterfänger ruft."

Wie sollte ich das meinem Doktor­vater erklären? …