Eine Honigbiene bewältigt mit ihrem nur rund ein Milligramm schweren Gehirn höchst anspruchsvolle Aufgaben – so kann sie sich ähnlich gut wie viele Säugetiere in der Umgebung zurechtfinden. Zwar ist die Leistungsfähigkeit ihres Minihirns durch die geringe Anzahl der Nervenzellen begrenzt, doch aus der verfügbaren neuronalen Kapazität scheint sie das Letzte herauszuholen.

Weit am anderen Ende der Skala befindet sich der Elefant mit seinem fünf Millionen Mal größeren Gehirn. Dessen Effizienz erinnert an die Bürokratie eines mesopotamischen Königreichs: Signale brauchen für den Weg zwischen den beiden Hirnhälften 100-mal länger; ähnlich sieht es mit der Reizleitung vom Gehirn zu den Füßen aus, so dass sich das Tier weniger auf seine Reflexe verlassen kann und daher schlicht und einfach langsamer geht. Ein Elefant muss also wertvolle neuronale Ressourcen dafür verschwenden, jeden einzelnen Schritt zu planen.

Ganz so schlimm sieht es bei uns Menschen nicht aus, und wir gelten mit einiger Berechtigung sogar als klügste Tierart auf der Erde – auch wenn es zugegebenermaßen schwierig ist, Intelligenz zu messen oder überhaupt erst einmal exakt zu definieren. Doch selbst unseren geistigen Fähigkeiten sind klare Grenzen gesetzt, obwohl gerade sie uns einen einzigartigen Vorteil gegenüber anderen Lebewesen verschaffen. Man könnte nun erwarten, dass der Evolutionsdruck die Anzahl der Nervenzellen in unseren Gehirnen oder die Geschwindigkeit der Signalübertragung zwischen den Neuronen fortwährend erhöht – und dass uns solche Veränderungen auch tatsächlich immer klüger machen…