Krach ist keine Erfindung unserer Tage. Schon im antiken Rom muss ein Höllenlärm geherrscht haben. Dem Satiriker Juvenal (um 100 n. Chr.) zufolge würde der Geräusch­pegel in der Stadt gar einem "Drusus" – der römische Kaiser Claudius Drusus war bekannt für seinen tiefen Schlummer – den Schlaf rauben. Laut Juvenal litten viele Einwohner an Schlaf­losigkeit, manche habe der Krach so krank gemacht, dass sie sogar daran gestorben seien.
Bereits der Stoiker Seneca (etwa 1-65 n. Chr.) unterschied verschiedene Arten der Lärmbe­lästigung. Als besonders störend empfand er Stimmen. Sie, so seine Vermutung, wirken immer direkt auf die Seele, während ein anderes Geräusch nur "an unser Ohr schlägt und es füllt". Auch Musik lenke stärker ab als beispielsweise monotone Geräusche.
Stimmt das wirklich? Dringen Stimmen und Musik zwangsläufig ins Bewusstsein und "zerbrechen" dort die Gedanken, wie der Philosoph Schopenhauer (1788-1860) beklagte?
Wer vom ständigen Handy-Gequassel und der Hintergrundmusik in Geschäften und Fußgängerpassagen genervt ist, wird dem ohne Zögern zustimmen …