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Parasiten

Die Marionettenspieler

Manche Parasiten machen selbst vor dem Denkorgan nicht Halt. Sie befallen das Gehirn verschiedener Wirtstiere und manipulieren deren Verhalten. Auch der Mensch ist vor solchen Attacken nicht gefeit.
Heuschrecken scheuen das Wasser, denn sie können nicht schwimmen. Trotzdem stürzen sich unzählige von ihnen in die Fluten. Sobald ihre Körper die Wasseroberfläche berühren, schießt ein Wurm aus ihrem Hinterleib – etwa drei- bis viermal so lang wie sie selbst. Wie ein Marionettenspieler treibt der Saitenwurm (Spinochordodes tellinii) das willenlose Insekt in den Tod, nachdem er sich in seinem Wirt zum ausgewachsenen Tier entwickelt hat. Er zwingt die Heuschrecke ins Wasser, weil er sich nur hier fortpflanzen kann.
Auch Parasiten haben sich im Lauf der Evolution stetig weiterentwickelt. Im Wettrüsten mit ihrem Wirt mussten sie ihre Techniken kontinuierlich verfeinern und spezialisieren. Nach Millionen von Jahren sind sie in der Schaltzentrale angelangt: im Gehirn. Nirgendwo sonst können sie das Verhalten des Wirts so effektiv zu ihrem Vorteil steuern …
Januar/Februar 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Januar/Februar 2010

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  • Quellen
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Grosman, A. et al.: Parasitoid Increases Survival of its Pupae by Inducing Hosts to Fight Predators. In: Public Library of Science One 3(6), e2276, 2008.

Kaňková, Š. et al.: Women Infected with Parasite Toxoplasma Have More Sons. In: Naturwissenschaften 94(2), S. 122-127, 2007.

Lafferty, K. D.: Can the Common Brain Parasite, Toxoplasma gondii, Influence Human Culture? In: Proceedings of the Royal Society B 273(1602), S. 2749-2755, 2006.

Libersat, F. et al.: Manipulation of Host Behavior by Parasitic Insects and Insect Parasites. In: Annual Review of Entomology 54, S. 189-207, 2009.