China boomt: Im November 2010 kürte das amerikanische Magazin "Forbes" den chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao zum mächtigsten Mann unseres Planeten – eine Auszeichnung, die bislang dem jeweiligen Präsidenten der USA vorbehalten war. Darüber hinaus sieht man allenthalben Produkte mit dem Label "Made in China". Chinesische Wissenschaftler unterrichten und forschen an den führenden Universitäten Deutschlands und der ganzen Welt. Das riesige Land in Ostasien ist zum Inbegriff eines Global Player geworden. Freilich ist es nicht das erste Mal in seiner Geschichte, dass sich das "Reich der Mitte" zu einer führenden Weltmacht aufschwingt. Und so werden die Entwicklungen der Gegenwart gerne mit der Epoche der Tang-Dynastie (618–907) verglichen, während der das alte China sein goldenes Zeitalter erlebte.

Damals prosperierte der chinesische Staat unter anderem durch seine Weltoffenheit – und damit auch durch den Fernhandel auf den Karawanenrouten Zentralasiens. Doch selbst historisch Interessierte wissen heute kaum, dass die Quelle des Reichtums Chinas während der Tang-Dynastie, nämlich der transkontinentale Handel mit Luxusgütern, zu einem Gutteil von einem heute fast vergessenen Volk organisiert wurde: den Sogdern. Das ostiranische Volk hat zwar nie eine politische Einheit gezimmert, geschweige denn ein Reich errichtet, doch vom 6. bis ins 8. Jahrhundert beherrschte es das größte Handelsimperium Asiens. Die Anfänge dieser Erfolgsgeschichte reichen weit in die Geschichte zurück – und in eine Region, die dem Volk fast alles bot …