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Rezension

Die theoretische Physik - kompletter Blödsinn?

Egbert Scheunemann über "Vom Urknall zum Durchknall: Die absurde Jagd nach der Weltformel" von Alexander Unzicker
Dieses Buch ist in einem renommierten, seriösen Verlag erschienen. Man muss das betonen, denn was Alexander Unzicker, studierter Physiker und Gymnasiallehrer in München, in Richtung moderner theoretischer Physik an Verbalinjurien abfeuert, will auch von Freunden klarer Worte erst mal verkraftet werden. Da werde "viel Lächerliches unter dem Namen der Physik" feilgeboten, die sich in "abstrusen Konstrukten verloren" habe und "wirres Zeug über Phantasie-Universen" erzähle. Es sei beispielsweise albern anzunehmen, dass die Stringtheorie, deren Geltungsbereich noch unterhalb der Planck-Länge von 10-35 Meter liegt, jemals experimentell überprüft werden kann.

Die Konstruktion der Planck-Länge selbst sei möglicherweise "kompletter Blödsinn", da sie auf der Gravitationskonstanten aufbaue, an der "etwas faul" sei. Und so geht es weiter: Der "Large Hadron Collider" in Genf könne sich als letztlich nutzloses Großspielzeug erweisen – so wie sich schon jetzt herausgestellt habe, dass die Theorie der kosmischen Inflation und die Stringtheorie mit ihren "Extradimensionen", "Branen" und "Antibranen" in höherdimensionalen Räumen nichts weiter seien als "Geschwätz" jenseits aller experimentellen Überprüfbarkeit. Ihren Vertretern, diesen "Karrieretypen", die an "Realitätsverlust" und "Wahnvorstellungen" litten, solle man am besten einen Arzt schicken, weil bei ihnen "alle Sicherungen durchgeknallt" seien.

Und so geht das noch 300 Seiten weiter! Ist da vielleicht eher der Autor durchgeknallt als die Opfer seines Verbalfurors? Nein. Das frech, ja giftig formulierte Buch…
August 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft August 2010

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