Selbstverliebte Menschen lassen sich zwei Gruppen zuordnen: den "grandiosen" Narzissten, die von ihrer Großartigkeit überzeugt scheinen, und den "verletzlichen" Narzissten, die stets bemüht sind, ihr Ego zu verteidigen. Das ist das Ergebnis einer Metaanalyse von Martin Smith und seinen Kollegen von der University of Western Ontario in Kanada, die dafür Daten von über 9000 Teilnehmern auswerteten.

Demnach stellen "grandiose" Narzissten überaus perfektionistische Ansprüche an ihr Gegenüber sowie an sich selbst. Sie streben nach Erfolg und sind bereit, auf der Jagd nach Macht und Status andere Menschen auszunutzen. Allerdings verwenden sie wenig Energie darauf, etwaige eigene Unzulänglichkeiten zu ka­schieren. Die "verletzlichen" Narzissten versuchen dagegen ihre Fehler zu verbergen, um Kritik vorzu­beugen. Sie befürchten zu scheitern oder verurteilt zu werden.

Zwar sehnten sich beide Typen nach Bewunderung und seien jeweils auf ihre Weise getrieben von perfek­tionistischen Ansprüchen, so Smith und Kollegen. Aber während es "grandiosen" Narzissten eher darum gehe, ihre Größenfantasien zu verwirklichen, wollten "verletzliche" vor allem etwaiges Versagen vermeiden.