Eiszapfen gelten nicht gerade als überraschendes physikalisches Phänomen, schon gar nicht jetzt im Winter. Auch dass eine wassergefüllte Vogeltränke über Nacht zufrieren kann, ist völlig alltäglich. Wenn aber aus der Eisschicht in der Tränke unerwartet ein langer, dünner Eiszapfen herausragt, wird die physikalische Intuition auf eine harte Probe gestellt. Selbst der Dichter des einleitenden Verses kann sich offenbar nicht vorstellen, dass ein Eiszapfen anders als von oben, "aus des Himmels Feld", nach unten wächst.

Auf alle Fälle hat man es mit einem in freier Natur nur selten zu beobachtenden Phänomen zu tun. Wesentliche Voraussetzung ist ein nicht zu großes Gefäß mit Wasser, das zunächst wärmer als vier Grad Celsius ist. Kommt es anschließend zu einem kräftigen Temperaturabfall …