Eine Vielzahl von Studien belegt mittlerweile, dass der tägliche Weg zur Arbeit und zurück ein bedeutsamer Stressfaktor ist. Bei Autofahrern etwa lässt das Pendeln den Blutdruck und Stresshormone in die Höhe schnellen. Eine Empfehlung dafür, wie man morgendlichen Stress reduzieren könnte, liefert nun eine Studie von Psychologen der kanadischen Concordia University: Probanden, die mit dem Fahrrad fuhren, fanden ihren Weg zur Arbeit deutlich weniger belastend als Kollegen, die das Auto nutzten.

Die Forscher um Stéphane Brutus befragten an einem Sommertag 121 Mitarbeiter einer Softwarefirma aus Montreal, einer als sehr fahrradfreundlich geltenden Stadt. Die Probanden sollten den Test innerhalb der ersten 45 Minuten nach ihrer Ankunft am Arbeitsplatz ausfüllen. Wer mit dem Fahrrad gekommen war, gab dabei eine geringere Stressbelastung an – unab­hängig davon, wie fit er oder sie sich körperlich einschätzte. Fast ebenso entspannt waren Kollegen, die öffentliche Verkehrsmittel genutzt hatten. Nur die Autofahrer klagten über ein hohes Stresslevel. Auf die generelle Stimmung am Morgen hatte das Verkehrsmittel jedoch keinen Einfluss.

Fahrradfahren könnte deshalb so entspannend sein, weil körperliche Aktivität Stresshormone abbaue, sagen die Forscher. Autofahrer hingegen hadern häufig mit dem Stop-and-go-Verkehr und dem rüpelhaften Verhalten anderer, was den Start in den Tag eher vermiest.