Arthur war gerade einmal einen Monat alt, als er zum ersten Mal einen Kernspintomografen von innen sah. Seine Mutter, Rebecca Saxe, begleitete ihn in die Röhre. Sie kuschelte ihr Gesicht dicht neben seines, damit der Säugling sich geborgen fühlte, während der starke Magnet des Geräts alles um sie herum zum Dröhnen brachte. Doch der Kleine zeigte sich völlig unbeeindruckt und schlief ein.

Die meisten Eltern fragen sich hin und wieder, was wohl gerade im Kopf ihres Babys vorgeht. Aber Saxe verfügt als Kognitionswissenschaftlerin am Massachusetts Institute of Technology über Mittel und Wege, dies tatsächlich herauszufinden. Schon in den Jahren vor ­ihrer Schwangerschaft hatte sie mit Kollegen an einer Methode gearbeitet, welche die Hirnaktivität von Säuglingen abbildet. Mit Arthurs Geburt im September 2013 war nun die Zeit für den Praxistest gekommen.

Eine der größten Herausforderungen der funktio­nellen Magnetresonanztomografie (fMRT): Der Proband muss wie zur Anfangszeit der Fotografie lange stillhalten, damit das Bild nicht verwackelt. Kein Problem für Erwachsene, doch wache Babys sind nahezu ständig in Bewegung – da hilft auch keine Überzeugungsarbeit. Deshalb beschränkten sich die we­nigen bisherigen fMRT-Studien mit Babys meist darauf, den Kleinen Geräusche vorzuspielen, während sie schliefen.

Saxe wollte aber herausfinden, wie Säuglinge die Welt erleben, wenn sie wach sind …