Der Rand des Sonnensystems ist etwa 100-mal so weit von unserem Zentralstern entfernt wie die Erde. In dieser abgelegenen Region trifft der Sonnenwind auf das interstellare Gas. Der ständig von der Sonne ausgehende überschallschnelle Strom elektrisch geladener Teilchen enthält hauptsächlich die beiden Bestandteile des Wasserstoffatoms: Protonen und Elektronen. Weitere Komponenten sind bis zu vier Prozent Heliumkerne und geringe Mengen an Ionen schwerer Elemente. Physikalisch betrachtet, handelt es sich um ein sehr dünnes Plasma.

Typischerweise weht der Sonnenwind mit 400 bis 800 Kilometern pro Sekunde – 10 000-mal so schnell wie irdische Orkane. Die dahinrasenden ionisierten Teilchen verdrängen das interstellare Plasma und fegen eine ausgedehnte Blase rund um die Sonne frei: die so genannte Heliosphäre. Neutrale Atome aus dem fernen Weltraum können allerdings in diese Blase vordringen und so auch bis zur Erde gelangen.

Nach rund drei Jahrzehnten Flugzeit sind die US-Raumsonden Voyager 1 und 2 jüngst bis an den Rand der Heliosphäre vorgestoßen. Sie erlaubten damit erstmals, diese Grenzregion vor Ort zu erkunden…