Hinter mir fährt eine Luftschleuse zu. Ich weiß es, aber ich kann sie nicht hören. Meine Ohren registrieren nichts als die Funkverbindung und mein Atmen. Weißes Rauschen, das rhythmische Ansaugen und Ausstoßen von recycelter Luft und mein Selbstgespräch leisten mir Gesellschaft, während ich meinen ersten Schritt in das Draußen wage. Unter meinem Fuß senkt sich der Boden, aber mein Schutzanzug dämpft den Eindruck.

Ich wurde für diese Mission nicht ausgewählt, weil ich besonders alt oder jung wäre, schwach oder stark, schlau oder dumm. Sondern weil mich niemand braucht. Ich bin entbehrlich. Wenn man das Endprodukt einer Sackgasse der Evolution ist, ist es mit dem Recht auf Existenz so eine Sache. Dieser Ausflug wurde mir gewährt, weil ich unfruchtbar bin.

Steril ist auch die Umgebung, in der ich überlebt habe. Ich will nicht sagen "gelebt", obwohl die anderen hoffnungsfroh Überleben mit Leben gleichsetzen. Ich nicht. Bis jetzt habe ich überlebt. Mit jedem Schritt, der mich von der Enklave hinaus in die wirkliche Welt trägt, fühle ich mich vitaler. …