Jenseits der Plutobahn scheint Seltsames vorzugehen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten wissen die Astronomen, dass der Zwergplanet seine Bahn am Rand des Sonnensystems nicht allein zieht. Er gehört einer großen Wolke eisiger Objekte an, dem so genannten Kuipergürtel (englisch: Kuiper-Belt). Eine Hand voll dieser Kuiper-Belt-Objekte oder KBOs verhält sich jedoch anders als der Rest von ihnen, anders als die Planeten oder auch die meisten Asteroiden zwischen Mars und Jupiter. Ihre Umlaufbahnen sind extrem in die Länge gezogen und unterscheiden sich dadurch ganz wesentlich von den nahezu kreisförmigen der meisten planetarischen Körper.

Bis zu einem Dutzend KBOs weisen solche Bahnen auf, die auch in einer weiteren Hinsicht ungewöhnlich sind. Wie die Orbits aller Objekte im Kuipergürtel sind sie gegenüber der Ebene geneigt, in der sich die Planeten unseres Sonnensystems befinden. Doch im Gegensatz zu den gewöhnlichen KBOs kreuzen diese besonderen Himmelskörper die Plane­ten­ebene immer genau dann, wenn sie der Sonne am nächsten sind – im Perihel.

Die Orientierung der Bahnellipsen dieser Objekte – ­fachsprachlich die Argumente ihrer Perihele – ist also bemerkenswert ähnlich. "Wir würden erwarten, dass sich die Perihel-Argumente im Lauf der Geschichte des Sonnensystems zufälliger verteilten", sagt der Planetenforscher Scott Sheppard von der Carnegie Institution for Science in den USA. Vielleicht ist es nur Zufall, dass einige Objekte nahezu identische Bahnorientierungen besitzen. …