Eine merkwürdige Gruppe von Reaktionen suchte der schwedische Chemiker Jöns Jacob Freiherr von Berzelius (1779 bis 1848) zu klassifizieren, als er 1835 den Begriff Katalyse – griechisch für Auflösung – in die Terminologie der Chemie einführte. Das Besondere an ihnen war, daß ein an der Reaktion beteiligter Stoff dabei nicht verbraucht wurde. Dieses Phänomen war zunächst in der Fachwelt heftig umstritten, bis dann der deutsche Chemiker und Philosoph Wilhelm Ostwald (1853 bis 1932; Nobelpreis 1909) vor etwa einem Jahrhundert einen Katalysator als Stoff definierte, der die Geschwindigkeit einer Reaktion erhöht, ohne im Endprodukt aufzutauchen.