Aufgeregt paddelt die Maus im Wasserbottich umher. Sie hat nur ein Ziel: Schnell raus hier! Dafür muss sie die unter der Wasserober­fläche versteckte Plattform finden. Inzwischen sollte ihr das nicht mehr so schwerfallen, hat sie doch diese Übung in den vergangenen Tagen immer wieder absolvieren müssen. Das "Morris-Wasserlabyrinth" ist eine der am häufigsten verwendeten Apparaturen, um die Lernfähigkeit von Nagern zu messen.

Ungewöhnlich zielstrebig steuert die Maus im neurobiologischen Labor des Londoner King's College das rettende Podest an. Um ihr Gedächtnis ist es offenbar sehr gut bestellt. Eine spezielle Diät, die ihr die Forscher unter der Leitung von Sandrine Thuret in den Wochen vor dem Experiment verabreicht haben, zeigt Wirkung. Wenige Tage nach dem Experiment untersucht die Forscherin das Mäusegehirn und findet eine erhöhte Zahl frischer Nervenzellen.

Wie für die Maus so gilt offenbar auch für den Menschen, dass wir mit der Nahrung unsere geis­tige Leistungsfähigkeit erheblich beeinflussen können. Und damit ist nicht nur der starke Kaffee gemeint, der uns kurzfristig auf Hochtouren bringt – geschweige denn allerlei andere Stimulanzien, die etwa unter Studierenden beliebt sind. Derartiges "Neuro-Enhancement" birgt teils erhebliche Nebenwirkungen und steigert die geistige Leistung auch nur vorübergehend.

Wenn von gesunder Ernährung die Rede ist, dann meist im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen medizinischen Problemen, denen sich damit vorbeugen lässt. Dass tierische Fette Arteriosklerose begünstigen und Obst das Immunsystem stärkt, wissen wir längst. Aber unser Gehirn braucht ebenfalls täglich vielfältige Nährstoffe. Wie Studien belegen, beeinflusst die Ernährungsweise nicht nur unsere Lernfähigkeit, sondern auch unsere emotionale Verfassung.

Die Wirkung verschiedener Nährstoffe zu untersuchen, ist allerdings nicht ganz einfach …