Freitagabend, kurz vor 19 Uhr. Langsam füllt sich der Gruppenraum des Heidelberger Selbsthilfebüros. Inzwischen sind rund 20 Menschen versammelt. Viele kennen sich gut, man kommt schnell ins Gespräch, flachst und lacht miteinander. Manche sind offenbar zum ersten Mal dabei und wirken etwas schüchtern. "Wer bist du überhaupt?", werde ich plötzlich gefragt. Anscheinend wirke ich etwas fehl am Platz. Kein Wunder, schließlich bin ich eine Frau – und um mich herum sitzen Mike, Thorsten und Robert, wie die Vorstellungsrunde offenbart. Alles ganz normale Männer. Oder doch nicht?

Ich bin zu Gast bei einer Selbsthilfegruppe für Transsexuelle, genauer gesagt bei einem Treffen für Transmänner: "gefühlte" Männer in einem weiblichen Körper. Auch Transfrauen – die sich als Frauen mit männlichem Körper empfinden – treffen sich hier regelmäßig, allerdings meist zu einem separaten Termin.
Kerstin Erlewein, die als Mann zur Welt kam, leitet die Selbsthilfegruppe seit rund 15 Jahren …