"Lisa, komm sofort zu mir!" schimpft ihre Mutter Anne. Alle Zweijährigen in der Spielgruppe sitzen auf dem Schoß ihrer Mama. Alle außer Lisa. Die hat es sich gerade auf den Knien der Spielleiterin bequem gemacht und strahlt sie aus ihren blauen Augen an. Warum ihre Mutter darauf so heftig reagiert, können die anderen Frauen nicht nachvollziehen.
Anders Peter: Der viereinhalbjährige Junge gerät bei kleinsten Unstimmigkeiten in Wut. Nur seine Mutter schafft es dann, ihn zu beru­higen. Während das Zusammenleben zu Hause ­einigermaßen funktioniert, hat Peter außerhalb des gewohnten Umfelds regelmäßig "Aussetzer". Am liebsten würden seine Eltern gar nicht mehr mit ihm weggehen. Aus dem Kindergarten mussten sie Peter nach kurzer Zeit wieder herausnehmen, weil er andere Kinder gefährdete.
Emma dagegen ist dreieinhalb Jahre alt und hängt den ganzen Tag "wie eine Klette" an ihrer Mutter. Legen die Eltern sie abends ins Bett, schläft Emma meist sofort erschöpft ein. Doch kaum eine halbe Stunde später wacht sie weinend wieder auf. Wenn ihre Mutter sich neben sie legt, dämmert das Mädchen erneut weg, schreckt aber beim kleinsten Geräusch hoch. Oft will sie mitten in der Nacht mit ihren Eltern spielen.
Viele Paare, die ein Kind in Pflege genommen oder adoptiert haben, berichten von derartigen Erfahrungen …