Warum werden so viele Menschen übergewichtig? Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt die Antwort auf der Hand: "Die Hauptursache für Fettleibigkeit und Übergewicht ist ein Ungleichgewicht zwischen Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch." Mit anderen Worten: Entweder wir essen zu viel oder wir bewegen uns zu wenig – oder beides. Wenn dies zutrifft, wird jeder Kalorienüberschuss unweigerlich auf unseren Hüften landen. Dabei ist es egal, ob er aus Proteinen, Kohlenhydraten oder Fetten stammt, den drei Hauptkomponenten unserer Nahrung (Makronährstoffen). Die Lösung für das Problem wäre dann offensichtlich: Iss weniger, bewege dich mehr!

Allerdings wurde diese Losung jetzt schon vier Jahrzehnte lang in unsere Köpfe eingehämmert, und trotzdem hat die Akkumulation von ungesunden Mengen an Körperfett, fachlich Adipositas genannt, nie zuvor beobachtete Ausmaße angenommen. Heute gilt über ein Drittel aller Amerikaner als fettleibig, da sie einen Body-Mass-Index (Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Metern) von über 30 aufweisen. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor 40 Jahren. Weltweit fallen mehr als eine halbe Milliarde Menschen unter diese Kategorie; in Deutschland betrifft es immerhin rund 20 Prozent der Erwachsenen. Dabei werden wir nicht nur dicker, sondern entwickeln auch vermehrt Stoffwechselkrankheiten, wie zum Beispiel Typ-2-Diabetes, die wesentlich häufiger fettleibige Personen treffen als schlanke.

Wieso spitzt sich dieses Problem weiterhin zu, obwohl scheinbar eine allgemein anerkannte Lösung vorliegt? Dafür gibt es zwei mögliche Antworten. Entweder sind die Ursachen für Fettleibigkeit zwar korrekt beschrieben, die Betroffenen aber unfähig oder unwillig, ihr Verhalten zu ändern – sei es auf Grund ihrer Gene oder ihrer Umwelt. Oder die Vorstellung ist falsch und damit auch der landläufige Ratschlag, wie man mit dem Problem umgehen soll. …