"Das ist der Panikknopf", sagt Bettina ­Sorger und drückt mir einen Plastikknauf mit großer Taste in die Hand. Vor meinem Gesicht schließt sie ein vergittertes Visier. Es ­fixiert meinen Kopf auf der Liege des Mag­net­resonanz­tomografen. Nachdem Bettina das ­Untersuchungszimmer verlassen hat, werde ich bis zum Bauchnabel in die enge Röhre gefahren. Innen ist es dunkel, die Schultern stoßen an die Wände. Durch den Kopfhörer dringt Bettinas Stimme vom Nebenraum zu mir. Ein kurzer Test beweist: Der Panikknopf, mit dem ich die Untersuchung jederzeit abbrechen könnte, funk­­tioniert. Der Hirnscan kann beginnen.
Der Tomograf steht im Keller des Psychologischen Instituts an der niederländischen Universität Maastricht, im Labor des Neurowissenschaftlers Rainer Goebel. Gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen Bettina Sorger und Anna Zilverstand lässt mich der Psychologe seine neueste Errungenschaft ausprobieren. Denn zusammen mit den Computern im Nebenraum bildet der äußerlich unscheinbare Hirnscanner ein Hightechgerät, von denen es derzeit nur wenige auf der Welt gibt: Goebel hat das System so optimiert, dass es menschliche Hirnaktivität in Echtzeit darstellen kann …