Obgleich sich das Pro-Kopf-Einkommen der westlichen Industrienationen in den vergangenen 50 Jahren mehr als verdoppelte, hat sich unser Glück doch um keinen Deut erhöht. Dass wir heute weit mehr zu essen haben, uns besser kleiden können, in schöneren Wohnungen leben, komfortablere Autos fahren, gesünder sind und allesamt länger leben – nichts von alledem hat unser Wohlbefinden wirklich vermehrt.

Diese überraschende Beobachtung stellt die Wirtschaftswissenschaften, die den Menschen als einen um Heller und Pfennig feilschenden Homo oeconomicus betrachten, bereits seit längerer Zeit vor ein Rätsel. Das Rätsel nennt sich das "Wohlstandsparadox". Nachdem es den Ökonomen nicht gelungen ist, dieses Paradoxon aufzulösen, schickt sich nun eine neue Disziplin an, das Problem zu untersuchen: die empirische Glücksforschung.

Das Fach ist noch relativ jung und interdisziplinär ausgerichtet. Es vereint Biologie, Psychologie, Soziologie und Ökonomie miteinander. Auf ihrer Suche nach den Quellen des "subjektiven Wohlbefindens" stießen die Glücksforscher…