Es rauscht mächtig im Blätterwald: Angeblich revolutionieren Hirnforscher gerade die Pädagogik und unser Schulwesen, heißt es da. Dies sei, so das Standardargument selbst ernannter Bildungsexperten, nach dem »Pisa-Schock« hier zu Lande auch dringend nötig. Doch scheint die neurowissenschaftliche Erneuerung des Lernens nicht so recht in Gang zu kommen. Bei näherem Hinsehen entpuppen sich nämlich fast alle Ansätze der Neuro­didaktik als unergiebig. So stellte der US-Wissenschaftsjournalist John T. Bruer kürzlich in einer Analyse fest, dass die vermeintlichen Erziehungsweisheiten aus dem Labor oft keinen Bezug zu den ­eigentlichen Forschungsresultaten haben. In Deutschland sieht das nicht viel anders aus …