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Schmerztherapie

Mit Elektroden gegen die Pein

Chronische Schmerzen lassen sich oft mit elektrischen Impulsen lindern. Die winzigen Stromstöße stimulieren Neurone im Rückenmark oder im Gehirn, was viele Patienten mit weniger Arzneimitteln auskommen lässt. Oft hilft die Methode sogar bei Beschwerden, die auf keine andere Behandlung ansprechen.
Unsichtbarer Schmerzblocker
Glücklicherweise ist Schmerz meist nur ein vorübergehendes Symptom. Ob Verletzung, Entzündung oder Infektion: Mit der unangenehmen Empfindung signalisiert der Organismus, dass etwas nicht in Ordnung ist – ein Alarmzeichen des Körpers. Wenn die Heilung einsetzt, verschwindet die Ursache des Schmerzes und damit in der Regel auch dieser.
Es kann jedoch vorkommen, dass er sich "einnistet" und chronisch wird (siehe G&G 10/2010, S. 42). Arzt und Patient erhöhen dann oft die Dosierung des Schmerzmittels oder weichen auf stärkere Mittel aus. Das führt häufig in eine Sackgasse: Der Schmerz spricht nicht mehr auf die Behandlung an. In diesem Fall ist er kein Symptom mehr, sondern eine eigenständige Krankheit, die auf die Stimmung schlägt, den Schlaf und die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, ja das Leben ganz allgemein belastet. Die Grenze ziehen Ärzte meist bei einer Frist von drei bis sechs Monaten. Hält die Pein länger an, gilt sie als chronisch.
Mediziner unterscheiden zwischen verschiedenen Typen des Schmerzes. Besonders die neuropathischen Schmerzen sind als Krankheitsbild noch nicht hinreichend anerkannt und untersucht. Die Betroffenen haben oft das Gefühl, eine Verbrennung erlitten zu haben, verbunden mit "elektrischen Schlägen" und einem unangenehmen Kribbeln oder Stechen. Die schmerzende Körperzone reagiert überempfindlich auf Wärme, Kälte oder Berührung – so erzeugt bereits ein leichtes Darüberstreichen intensive Pein. Es kann aber auch das Gegenteil auftreten, eine örtlich verminderte Empfindlichkeit (Hypoästhesie) bis hin zur völligen Taubheit (Anästhesie).
Chronische neuropathische Schmerzen können viele Ursachen haben …
Dezember 2011

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Dezember 2011

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