"Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit." Ich wiederhole das Wort wieder und wieder in meinem Kopf. Gleichzeitig schaue ich auf den Computerbildschirm vor mir, meinen Aufmerksamkeitswert fest im Blick, der als Balken grafisch dargestellt ist. Bloß mit der Kraft meiner Gedanken versuche ich, ein darüber befindliches Fass hefti­ger zum Brennen zu bringen. Je aufmerksamer ich bin, desto schneller brennt das Fass leer – das einzige Ziel des simplen Spiels.

Nein, ich bin nicht unter die Jedi-Meister gegangen. Ganz profan werden für das Spiel meine Hirnwellen ausgelesen. Ich sitze auch nicht im Labor eines Forschers mit zig Elektroden am Schädel, sondern bequem zu Hause. Ausgerüstet bin ich lediglich mit dem Gerät MindWave der US-amerikanischen Firma NeuroSky. Das 90 Gramm schwere Headset besteht aus einem Kopfbügel, einem Ohrclip und einem Sensorarm mit der EEG-Elektrode. Sie wird mittig auf der Stirn platziert. MindWave misst nach Angaben des Herstellers Hirnwellen unterschiedlicher Frequenzen, die mit verschiedenen Bewusstseinszuständen einhergehen.

In den vergangenen Jahren ist eine Reihe von Geräten auf den Markt gekommen, mit denen man vermeintlich ganz einfach zu Hause sein Gehirn auf Trab bringen kann – per Neurofeedback oder Hirnstimulation. Im umgangssprachlichen Englisch wird diese Art der Selbstoptimierung als "Neurohacking" bezeichnet. Darin klingt etwas Verbotenes, möglicherweise Riskantes an, als dringe man in Bereiche vor, die Unbefugten aus gutem Grund unzugänglich sind. Aber was ist dran an diesem Trend? Halten die Geräte, was ihre Hersteller versprechen? Wie steht es tatsächlich um Risiken und Nebenwirkungen? …