Falls es einen Beweis gibt, dass man mit dem heimischen Computer oder dem Smartphone auch wissenschaftliche Entdeckungen machen kann, dann diesen: Mit dem verteilten Rechenprojekt Einstein@Home ist es Forschern, unter anderem von den Max-Planck-Instituten für Radioastronomie und Gravitationsphysik, gelungen, das massereichste Doppel-Neutronensternsystem zu entdecken.

Neu­tro­nen­ster­ne sind Überreste von Supernova-Explosionen. Sie zeichnen sich durch extrem hohe Dichten und starke Magnetfelder aus. Ein typischer Neutronenstern vereinigt in einer Kugel mit rund 20 Kilometern Durchmesser mehr Masse als die Sonne. Allerdings sind Neutronensterne mit optischen Teleskopen kaum zu sehen. Die Beobachtungsdaten für die Entdeckung lieferte denn auch das 300 Meter große Arecibo-Radioteleskop auf Puerto Rico im Rahmen einer Radiodurchmusterung des Himmels namens PALFA (Pulsar Surveys with the Arecibo L-Feed Array, zu deutsch: Pulsar-Durchmusterungen mit der L-Hornantennen-Anordnung von Arecibo). Dabei suchen die Astronomen nach Pulsaren – also Neutronensternen, die zwei stark gebündelte Radiostrahlen in entgegengesetzten Richtungen aussenden, vergleichbar einem schnell rotierenden Leuchtturm mit zwei Lichtkegeln. Wahrscheinlich tun dies die meisten Neu­tro­nen­ster­ne, doch sichtbar werden die daraus resultierenden Radiopulse nur, wenn die Erde im Bereich eines solchen Strahls liegt. …