Erstaunen und Unglauben spiegeln sich in den Gesichtern der Zuschauer. Thorsten Havener hat es auf Anhieb geschafft, den Mörder zu entlarven! Es war der junge Mann, der so unschuldig wirkte. Die Kandidaten aus dem Pub­likum waren per verdeckt gezogener Kärtchen zu Opfer, Zeuge, Gärtner oder Mörder erklärt worden. Während des Detektivspiels versuchten sie, ihre Identität zu verbergen: Auf die Fragen des charismatischen Entertainers antworteten alle dasselbe. Aber Havener schien ihre Gedanken zu lesen. Am Ende ordnet er jedem die korrekte Rolle zu. Und alle fragen sich: Wie macht der Mann das?

Gedanken lesen könne er nicht, beruhigt der gelernte Dolmetscher auf Nachfrage. Bei manchen Nummern kommen Zaubershow-Elemente dazu, Suggestion, geschickte Gesprächsführung, die Gesetze der Wahrscheinlichkeit. Vor allem aber, meint Havener, sei er ein genauer Beobachter. Er analysiere die nonverbalen Signale seines Gegenübers: von der Gestik, Stimme, Körperhaltung bis hin zu kleinsten Details in der Mimik.

Aber verrät unsere Körpersprache wirklich, was wir denken und fühlen? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler nicht erst seit heute. Schon Anfang des 17. Jahrhunderts erklärte der englische Philosoph Francis Bacon die "body lan­guage" zum entscheidenden Element unserer Kommunikation. "Wie der Mund dem Ohr zu­flüstert, so flüstert die Bewegung dem Auge zu", schrieb er 1605. Wer Gesten und Mimik durchschaue, sei deutlich im Vorteil. Man solle sich ­daher eingehender mit der Körpersprache be­fassen, riet Bacon …