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Interview

Nur die Tat verurteilen, nicht die Neigung

Seit 2005 werden an der Berliner Charité Pädophile behandelt. Das Ziel: Sie sollen lernen, ihre Impulse zu kontrollieren und auf jeden sexuellen Kontakt zu Kindern zu verzichten. Der Sexualmediziner Klaus Beier berichtet über laufende Therapien, erste Erfolge und Misserfolge.
Professor Beier, vor rund zweieinhalb Jahren ging das Präventionsprojekt "Dunkelfeld" an den Start. Wie wird das Angebot ange­nommen?
Wir haben weit über 600 Interessenten aus ganz Deutschland, und jeden Monat kommen 15 bis 20 dazu. Innerhalb von zwei Jahren haben wir rund 150 Männern ein Therapieangebot ­gemacht. Mehr als 50 stehen inzwischen auf der Warte­liste. Viele zögern allerdings noch eine Weile, bevor sie sich tatsächlich für eine Therapie entscheiden – vor allem, weil sie davor Angst haben, sozial diskriminiert zu werden, falls ihre Neigung bekannt wird …
März 2008

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist März 2008

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  • Literaturtipps
Beier, K. et al.: Sexualmedizin. München: Urban&Fischer, 2. Auflage 2005.
Umfassendes Lehrbuch über Störungen der Sexualität und ihre Behandlung

Briken, P. et al.: Paraphilien und Sexualdelinquenz: Neurobiologische und neurophysiologische Aspekte. In: Zeitschrift für Sexualforschung 19(4), 2006, S. 295-314.

Fiedler, P.: Störungen der Sexualpräferenz. In: Rohde und Marneros: Geschlechtsspezifische Psychiatrie und Psychotherapie, S. 247-257.

Karremann, M.: Es geschieht am helllichten Tag. Köln: Dumont 2007.
Der Sozialpädagoge Karremann berichtet undercover aus der deutschen Pädophilen-Szene.