Der Erste ist selbst­gefällig und arrogant, der Zweite aggressiv und brutal, der Dritte hinterhältig und machtgierig. Doch bei diesem Trio handelt es sich nicht um eine Gangsterbande, sondern um die drei Seiten des schlechten Charakters – Narzissmus, Psycho­pathie und Machiavellismus.

Seit den 1970er Jahren stehen diese Merkmale im Visier von Psychologen, die egoistisches und rücksichtsloses Verhalten erforschen. Alles Fiese und Schädliche lasse sich im Wesentlichen mit diesen drei Eigenschaften erfassen, behaupteten 2002 die Psychologen Delroy Paulhus und Kevin Williams von der University of British Columbia in Vancouver (Kanada). Und sie gaben ihnen einen ebenso einprägsamen wie unheimlichen Namen: die Dunkle Triade. Nicht immer lassen sich Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus klar voneinander trennen. Viele Personen, bei denen eine dieser ­Eigenschaften stark ausgebildet ist, neigen auch zu den beiden anderen – zum Leidwesen ihrer Mitmenschen.

Narzissmus ist wohl das bekannteste Mitglied der Dunklen Triade. Sein Namensgeber aus der griechischen Mythologie, Narziss, verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild. Aber nicht nur Eitelkeit charakterisiert Personen mit stark ausgeprägtem Narzissmus nach heutigem Verständnis. Sie neigen auch dazu, sich selbst maßlos zu überschätzen, und haben ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Bewunderung. Sie behandeln andere oft herablassend und reagieren selbst auf sachliche Kritik uneinsichtig und gereizt, manche auch aggressiv.

Die Bezeichnung Machiavellismus spielt auf den italienischen Staatstheoretiker Niccolò Machiavelli an, der im 16. Jahrhundert das politische Traktat "Der Fürst" verfasste …