Wasser ist zum Waschen da, falleri und fallera …«, schallte es in den 1950er Jahren aus zahllosen Radios – ein früher Blödelschlager. Damals kannte man Wasser nur von der Erde, vermutete es allenfalls noch auf dem Mars und vielleicht auf der Venus, deren extreme Umweltbedingungen zu jener Zeit unbekannt waren.
Natürlich wusste man schon in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, dass Wasser nicht nur »zum Zähneputzen zu benutzen« oder von der Feuerwehr zu verwenden ist. 1953 hatte der US-amerikanische Biologe und Chemiker Stanley Miller mit seinem Kollegen Harold Urey ein Aufsehen erregendes Experiment durchgeführt. Darin zeigten die beiden, dass Wasser, Methan, Ammoniak und Wasserstoff sich unter Einwirkung elektrischer Entladungen zu wichtigen Lebensbausteinen zusammenfügen – und zwar auf rein chemischem Weg. Das Miller-Urey-Experiment schlug hohe Wellen, weil es belegte, dass in der frühen Erdatmosphäre aus toter Materie organische Moleküle entstehen konnten.