Seekarten aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit zeigen oft riesige Ungeheuer, monströse Seeschlangen und andere Kreaturen mit bizarrem Aussehen. Was wollten die Kartenzeichner damit signalisieren? Das beantwortet der Historiker Chet van Duzer im vorliegenden Band. Er arbeitet als Direktor eines universitären Forschungsprojekts über multispektrale Bildgebung beim Analysieren historischer Dokumente.

Laut dem Autor tauchten Seeungeheuer ab dem 10. Jahrhundert auf mittelalterlichen Weltdarstellungen auf. Rund 600 Jahre lang zierten sie Karten und Globen, bis sie im 17. Jahrhundert wieder aus der Mode kamen. In dem üppig bebilderten Band präsentiert van Duzer viele Beispiele. Der umfangreiche Anhang mit zahlreichen Literaturverweisen belegt seine gründliche Recherche.

In nüchtern-wissenschaftlichem Stil stellt van Duzer dutzende Kartografen vor und analysiert ihre Werke daraufhin, in welchem historischen Kontext sie stehen, welche Kreaturen sie zeigen, wer diese zeichnete, auf welche Quellen er sich dabei stützte, von wem er wahrscheinlich abgeschaut hatte und so weiter. Das ist nicht uninteressant, aber ziemlich speziell. Als Leser sollte man sich für Kartografie, Seefahrt und historische Weltbilder interessieren. …