Schon als Kind war Mike sonderbar. Der ­Junge fand schlecht Anschluss an Gleichaltrige und war oft übertrieben misstrauisch. Er machte sich zudem häufig Sorgen, jemand könne seinen Spind in der Schule aufbrechen oder in seiner Abwesenheit sein Zimmer zu Hause durchwühlen. Statt dem Unterricht zu folgen, kritzelte Mike gerne Landschaften in sein Aufgabenheft, und manchmal sprach er mit sich selbst, während der Lehrer etwas erklärte. Entsprechend schlecht war es um Mikes Schul­noten bestellt.
All diese Verhaltensweisen können Anzeichen einer Psychose sein – einer seelischen Erkrankung, bei der die Betroffenen den Bezug zur Realität verlieren. Menschen mit voll entwickel­ter Psychose sind in ihrem logischen Denkvermögen meist eingeschränkt, viele hören Stimmen oder leiden an anderen Halluzinationen. In schweren Fällen bewältigen die Betroffenen ihren Alltag nicht mehr.
In Mikes Fall befand ein Psychiater, den ­seine Eltern zu Rate zogen, die Symptome seien zu schwach, um eine Psychose diagnostizieren zu können. Doch andererseits brauchte der Junge offenbar Hilfe. Was tun? …