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Gute Frage!

Warum erscheinen Sorgen nachts größer?

Epidemiologische Studien zeigen, dass nächtliche Sorgen weit verbreitet sind: Das Stimmungstief tritt bei vielen, wenn nicht sogar bei allen Menschen bisweilen auf. Woran liegt das?
Eine Frau liegt im Bett und sieht durch ein Dachfenster in den grauen Himmel.

Vielleicht zählen Sie auch zu den Menschen, die folgendes Phänomen bereits erlebt haben: Man erwacht mitten in der Nacht oder früh am Morgen und kann nicht mehr einschlafen. Die Gedanken beginnen um irgendein Problem zu kreisen. In dieser Situation erscheint die Sache plötzlich als sehr belastend und deutlich gravierender als am Tag. Das ändert sich nach dem Aufstehen: Nun sind die Sorgen üblicherweise nur noch halb so schlimm und alsbald wieder vergessen. Warum also wird nachts die Mücke manchmal zum Elefanten?

Epidemiologische Studien zeigen, dass solche Erfahrungen weit verbreitet sind: Ein nächtliches Stimmungs­tief tritt bei vielen, wenn nicht sogar bei allen Menschen bisweilen auf. Salopp ausgedrückt rutschen wir vorübergehend in eine "kleine Depression". Bei manchen dauert das noch bis in die Morgenstunden an – man spricht dann vom morgendlichen Stimmungstief. Stört das Wachliegen und Grübeln die Nachtruhe so beträchtlich, dass sich infolgedessen unser Wohlbefinden am Tag verschlechtert, könnte das auf eine Schlafstörung hinweisen. Zunächst einmal ist das Phänomen aber vollkommen normal und kein Grund zur Beunruhigung. …

12/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 12/2016

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Quellen


Kunz, D., Mahlberg, R.: A Chronobiotic that not only Shifts Rhythms. In: Lader, M. H. et al. (Hg.): Sleep and Sleep Disorders. A Neuropsychopharmacological Approach. Springer Science+Business Media, New York 2006, S. 100–106


Kunz, D., Zulley, J.: Zirkadiane und zirkannuale Rhythmen der Befindlichkeit. In: Kasper, S., Möller, H. J. (Hg.): Herbst-/Winterdepression und Lichttherapie. Springer, Wien 2004, S. 213–221


Literaturtipps


Zulley J., Knab B.: Die kleine Schlafschule. Wege zum guten Schlaf. Mabuse, Frankfurt am Main 2016


Boivin D.B. et al.: Complex Interaction of the Sleep-Wake Cycle and Circadian Phase Modulates Mood in Healthy Subjects. In: Archives of General Psychiatry 54(2), S. 145–152, 1997


Shafii M. e al.: Nocturnal Serum Melatonin Profile in Major Depression in Children and Adolescents. In: Archives of General Psychiatry 53(11), S. 1009-1013, 1996


Szymanska A. et al.: Diurnal Profile of Melatonin Concentrations in Patients with Major Depression: Relationship to the Clinical Manifestation and Antidepressant Treatment. In: Neuroendocrinology Letters 22(3), S. 192–198, 2001