"He, Geschichtsfreak, wie ist die neue Folge von 'Rom'?" Mein Mitbewohner Scott spaziert ins Wohnzimmer, lässt sich neben mir auf die Couch fallen, beugt sich herüber und beäugt meinen Laptop.

"Das ist erst der Rohschnitt", antworte ich, "aber ich finde, die Serie hält ihr Niveau." Ich bin privilegiert. Dank meiner Sprach- und Geschichtskenntnisse darf ich die Episoden schon gut 24 Stunden vor Ausstrahlung der geschnittenen und vor allem synchronisierten Fassung ansehen. Oder besser gesagt: Ich durfte. Schade, aber alles hat einmal ein Ende, in der Vergangenheit wie in der Gegenwart.

Scott zuckt die Achseln. Anscheinend verliert er das Interesse an meiner Lieblingsserie. Anfangs schauten wir uns die Originalversionen gemeinsam an, während ich sie ihm simultan übersetzte. Er brüstete sich sogar vor seiner neuen Freundin, er könne die lateinischen Dialoge komplett verstehen – bis ich ihm erklärte, dass die Personen manchmal Griechisch sprechen.

Doch in den letzten Wochen ließ seine Begeisterung spürbar nach. Er wartet jetzt lieber auf die Synchronfassung. Und vor einer Woche ertappte ich ihn, wie er sich die uralte Serie gleichen Namens aus dem Jahr 2005 ansah­. …