Obwohl Schleimpilze kein räumliches Erinnerungsvermögen haben, vermeiden sie überflüssige Wege, indem sie ihrer eigenen Schleimspur ausweichen. Sie nutzen den Glykoproteinschleim damit gewissermaßen als ausgelagertes Gedächtnis.

Forscher der University of Sydney (Australien) testeten das Orientierungsvermögen des Schleimpilzes Physarum polycephalum, eines vielkernigen Einzellers. Sie setzten ihm eine Zuckerlösung vor, platzierten diese allerdings hinter einer u-förmigen Barriere. Somit konnte der Pilz die Nahrungsquelle nicht direkt erreichen, indem er dem Konzentrationsgradienten folgte, sondern er musste einen Weg um das Hindernis finden. 24 Exemplare durften sich auf normalen Nährböden vortasten. Weitere 24 Individuen mussten mit erschwerten Bedingungen zurechtkommen: Ihre Nährböden hatten die Forscher zuvor mit Pilzschleim benetzt, so dass die Einzeller ihre eigene Spur nicht mehr erkennen konnten …