Markus Gebhardt ist Sonderpädagoge sowie habilitierter Erziehungs-wissenschaftler. Er forscht am Lehrstuhl für empirische Bildungsforschung der Technischen Universität München zum Thema Inklusion und Schulleistungen.

Herr Dr. Gebhardt, ist Inklusion für Kinder und Jugendliche mit schweren Behinderungen überhaupt sinnvoll?

Inklusion ist ein Menschenrecht. Laut der 2006 verabschiedeten Konvention der Vereinten Nationen soll jeder die Möglichkeit auf Teilhabe haben, auch jene mit schwersten Behinderungen. Man sollte die Frage daher eher anders stellen: Hat sich das Förderschulsystem, das bereits komplett ausgebaut ist, bewährt?

Und – hat es das?

Laut internationalen Befunden ist es nicht lohnenswert, den bisherigen Weg weiterzugehen. Es scheint nicht sinnvoll, Kinder und Jugendliche nach ihren Förderschwerpunkten wie etwa Lernen oder Sprechen zu separieren und nur mit jenen, die ähnliche Probleme haben, zu unterrichten …